Der Rat der Wächter

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der rat der waechter a. j. hartley
kategorie: Buch
genre: Fantasy
autor: A.J. Hartley
verlag: Heyne fliegt

Format: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag: 480 Seiten
VÖ: 27.10.2014
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-453-26765-7
Kaufpreis: 17,99 €

Oder: der zweite Teil einer Fantasy-Saga über den abgespaceten Darwen, der sich in einer in Spiegeln existierenden Parallelwelt austobt.

Nachdem also dieser und seine Crew bereits im vorherigen Band die Welt vor einer Armee aus grünhäutigen Monstern mit langen Reißzähnen, den Schrubblern, die der fiese Verräter Greyling um sich geschart hatte, mit dem Ziel Kinder zu entführen und sie an Generatoren anzuschließen, verteidigt hatten, steht den Helden von Silbrica (die Spiegel-Welt, in der sie ab und zu abhängen) nun schon wieder eine neue Gefahr bevor. Während also Darwen in Atlanta sitzt, entführt ein riesiger Kraken am anderen Ende der Welt grundlos Kinder. Deswegen fährt Darwen „zufälligerweise“ einfach auf Klassenfahrt und soll das Problem lösen.

Was sich für manche vielleicht als vielversprechender Plot anhört, klingt für mich wie Schlagsahne mit Käse, etwas Knoblauch, viel zu viel Rosenkohl und einer deftigen Portion Kutteln mit Kirschen. Und versalzen ist’s auch noch. Vielleicht hätte Hartley sich mit etwas weniger Zutaten begnügen sollen, um dem Leser mit seinem zarten Gaumen zumindest eine Nuance von Stil kredenzen zu können. Denn das Einzige, was er vielleicht annährend zu einem nahrhaften Brei verköcheln konnte, ist die Entwicklung und Darstellung der drei Hauptcharaktere Darwen, Alexandra und Rich. Moralische Wertvorstellungen, wie Loyalität und Selbstlosigkeit, die scheinbar nach Meinung des Autors eine funktionierende Freundschaft voraussetzen, werden thematisiert und entwickeln sich zum Ende des Buches hin immer tiefgreifender.

Als milliardenfacher Erfolg muss sich die „Harry Potter“-Serie leider viel zu oft an den Haaren herbeigezogener Vergleiche behaupten. Dennoch möchte man als Fan natürlich niemals sofort die Augen vor Neuerscheinungen schließen, es könnte ja neuer Stoff im Anflug sein, der die damaligen Trips zumindest teilweise kompensieren könnte. Was aber oftmals ungemein vielversprechend klingt, entpuppt sich letzten Endes leider wieder nur als Ausschlag einiger fantastisch-fanatischer grauer Zellen. Leider ist das auch bei vorliegendem Buch der Fall. Sieht man aber als Leser einmal davon ab den Anspruch zu erheben in eine harrypotterähnliche Magiewelt für Jung und Alt abdriften zu wollen, so könnte es durchaus sein, dass Kinder, ich würde sagen bis etwa 12 Jahre, ihren Spaß an dieser Art von Literatur haben. Vielleicht bin ich auch einfach schon zu befangen in einer Welt, die keinen Raum mehr für abstruse Realvorstellungen zulässt, einer Welt, in der die wunderbare, kindliche Fantasie teilweise auch keinen Halt mehr vor abwertenden und ungerechtfertigten Beurteilungen macht; also einfach erwachsen.

Das Resultat des Ganzen lautet also: entweder sollte Mr. Hartley sich weiterhin damit beschäftigen, Haie, Raubtiere und Schlangen im Regenwald ringeltanzen zu lassen, aber dann bitte nicht behaupten Jugendliteratur zu verfassen, oder lieber wieder versuchen die Heranwachsenden und vielleicht sogar Erwachsenen mit seinen Ergötzungen zu erfreuen. (2/5)

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