Heinrich Heine

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heinrich heine rolf hosfeld
kategorie: Buch
genre: Biographie
autor: Rolf Hosfeld
verlag: Siedler

Format: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag: 512 Seiten
VÖ: 01.09.2014
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-88680-999-8
Kaufpreis: 24,99 €

Eine neue Heinrich Heine-Biographie ist erschienen, des Dichters und Zeitkritikers Leben zu erzählen, das gewiss erzählenswert. Denn der Prophet gilt im eignen Lande ja nicht, wie man weiß, so auch nicht die gut geschärfte Feder, die mit politischer Tinte der Gesellschaft die Wahrheit zuschreibt, welche sie, oder vielmehr die herrschende Elite, nicht hören will. Während allerdings in der Bevölkerung, wie man so sagt, es auch hier einige begeisterte Heine-Leser schon sehr früh und sogar noch später gab. Hoffentlich auch viel später, nämlich heute.

Zu lesen ist von vielbewegten Zeiten, von diversen frzanzösischen Revolutionen, Phasen der Restaurierung, Angriffen auf die Religion, etc.. Schlicht der Umbruch zum Neu und Abbruch des Alt. Inmitten dessen versucht Heinrich Heine, Dichter zu sein und Denker. In dem Land das vermeintliches Exklusivrecht auf diese sich zuschreibt, bald schon jedoch merken lassend, dass in jenem Lande er so zu schreiben wie er es will und muss, dies nicht mehr lange können wird, ja das womöglich sein Schreiben ihm dort gefährlich werden könnte. Daher er in Paris Einzug hält, wo seine Bücher nicht verboten werden, auch merkend, das obige Anmaßung des Landes seiner Herkunft infam ist.

Dazu er noch jüdischer Abstammung ist, was ihn den Antisemitismus der Deutschen spüren ließ, unfassbare Gesetzgebung und Rechtsvorstellungen und das noch im 19. Jahrhundert, das sich doch so aufgeklärt dünkte, Pogromstimmungen und auch wirklich vorgekommene Judenverfolgungen, die Heine hautnah (mit unter beinah zu hautnah) miterlebte. Antinapoleonische Stimmung wandelt sich in Franzosenhass, die Romantik verheert die Hirne, Teutschtümelei in Burschenschaften, all das und mehr drängen auf den Dichter ein. Doch nicht nur Scheußliches, in den gehobenen Schichten, geistreiche Menschen, Liszt, die Varnhagens, Cotta, u.v.m., Salons und Diskurse, über alles parlierend, darüber zu schreiben schwieriger wurde. Auch die deutsche Philosophie wird betrachtet, vor allem mit Hegel und seinen Hegelianern, aber auch Kant und Spinoza, sowie weitere von Bedeutung kommen vor. Denn Heine schrieb auch ihnen Werkanteile zu und dieses thematisch überraschend trefflich.

Vor allem scheint dieses Buch Rolf Hosfelds ein Zeitdokument, einfach weil die Zeit seinen Heine prägte und überall durchdrang, wo dessen Leben und Werk spielte, und sein Leben eben auch jene Zeit. Es ist ein kleines Geschichtsbuch. Eine nicht vermeintlich objektive Darstellung der Geschichte, da sie am Subjekt Heines erzählt, dessen Sicht herausstellend, darstellend und wiederum diese Hellsichtigkeit dem Leser lichtend, diese große Vorausahnenskraft in der Sicherheit famosen Stils. Doch nicht nur Heine begleitet der Leser auf seinen Wegen, wo diese andere mit ihren Wegen kreuzen, schaut der Buchseitenblätternde ihnen ein Stück nach, seien es nun Revolutionäre, Wissenschaftler, Autoren oder Verleger.

Eben wegen dieses weiten Ausgreifens dies einen Lebens in die deutsche und europäische Geschichte, der Einblick in solch spannende Zeit, machen das Buch lesenswert. Gewiss hat es manchmal seine Längen und es schadet auch nichts sich schon ein bisschen in der Literatur und der Geschichte auszukennen (um das Vorzufindende selbst werten zu können), wenigstens ein wenig, aber dieses sind nur kleine Mankos (für die der Autor z.T. nichts kann), in der Gesamtrechnung, welche zum Schluss kommen lässt: Sehr empfehlenswert. (4/5)

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