Giana Sisters: Dream Runners

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giana sisters dream runners pc xbox one ps4 cover

category: Spiel
genre: Jump'n'Run
publisher: EuroVideo Medien GmbH
plattform: PC, PS4, Xbox One


VÖ: 26.08.2015

Manch einer freute sich schon, als das Entwickler-Team Black Forest Games den Nachfolger des beliebten „Giana Sisters: Twisted Dreams“ ankündigte. Drei Jahre nach dem Erfolg des Vorgängers im Jahre 2012 kommt nun der Ableger „Giana Sisters: Dream Runners“ heraus. Doch mit einigen bösen Überraschungen.

Das Spielgeschehen

„Giana Sisters: Dream Runners“ ist ein Mix aus Jump’n’Run und Racing-Game, welches sich sowohl im Couch-Coop, als auch Online spielen lässt. Man übernimmt die Kontrolle über eines von maximal vier kleinen Gestalten und muss versuchen die Kontrahenten auf einer von neun verfügbaren Strecken in einem Rennen abzuhängen. Abhängen ist hier auch tatsächlich wörtlich zu nehmen, denn wer zu langsam ist und nicht im sich bewegenden Bildschirm bleibt, fliegt raus. Dabei macht man sich verschiedene Manöver wie einen Dash oder eine Wirbelbewegung, mit der man gleiten kann, zunutze. Natürlich dürfen auch PowerUps in „Mario Kart“-Manier nicht fehlen. Mit diesen werden die Mitspieler meist ins Taumeln gebracht, was sie verlangsamt. Ein weiteres Feature der „Giana Sisters“-Reihe ist der Wechsel zwischen zwei verschiedenen Welten. Dies geschieht im Gegensatz zum Vorgänger nicht mehr per Knopfdruck, sondern mit Hilfe von Portalen und speziellen Kugeln, die auf der kompletten Strecke verteilt sind. Sobald eine Figur durch eines dieser Portale schreitet, oder eine leuchtende Kugel berührt, wird die Welt gewechselt. Dies macht sich bemerkbar durch Änderung des gesamten Farbschemas im Hintergrund, sowie eine Veränderung der Strecke selbst. Es gibt immer eine „helle“ und eine eher düstere Streckenform. Zusätzlich ändert sich auch die Hintergrundmusik, um die Atmosphäre abzurunden.

Multiplayer? Oder doch lieber Multiplayer?

Gegner gibt es immer! Hat man keine Lust, sich Online mit anderen Runnern zu messen, kann man sich mit Freunden auf die Couch schmeißen und lokal wetteifern. Und selbst wenn keiner der Freunde Zeit hat, gibt es immer noch Bots, die man auf drei Schwierigkeitsstufen einstellen kann. Doch seid gewarnt! Die Bots sind schon auf „Leicht“ sehr hartnäckig und werden auf höheren Schwierigkeitsstufen nahezu unbesiegbar, wenn man seine Technik und die Kenntnis der Strecken nicht perfektioniert. Ein Singleplayer fällt leider komplett weg.

Atmosphäre und Spielmechanik

Das Spiel ist sehr zwiegespalten hinsichtlich der Optik und Atmosphäre. Während das Menü auf wenige Funktionen (Online-Spiel, Lokales Spiel und Optionen) reduziert ist und eine geradezu einschläfernde Musik abspielt, ist das eigentliche Spiel relativ hübsch. Das Hintergrund-Design, die wechselnden Farbschemata und vor allem die rockige Musik sind gut gelungen. Der Knackpunkt an der Sache ist jedoch, dass man das nur erkennt, wenn man sich die Strecken ohne Mitstreiter anschaut. Während eines tatsächlichen Rennens hat man keine Zeit, sich die Strecken anzuschauen. Alles was man sieht, sind lediglich verwirrende Farbwechsel und -explosionen von Items und Weltenwechselei. Der Spieler läuft teilweise auf Verdacht ins Getümmel und hofft, dass er nicht abgehängt wird, ohne es zu bemerken. Die Symbole der verschiedenen PowerUps sind sich teilweise sehr ähnlich und leicht zu verwechseln, wodurch es nicht selten zu eher seltsamen oder unnötigen Manövern kommt, die einem den Schwung aus dem Lauf nehmen. Spielerisch ist das ganze leider auch nicht viel besser. Der Dash, der im Vorgänger noch präzise gesteuert werden konnte, lässt sich nun nur noch aufladen. Aber dieser ist schon im unaufgeladenen Zustand kaum zu kontrollieren und man prallt meist in irgendeine Richtung ab, in die man überhaupt nicht will. Das hat in einem Racing-Game, bei dem es um jede Sekunde geht, nun wirklich nichts zu suchen. Zudem rauben kleinere Bugs und Logik-Fehler zusätzlich den Spaß.

Fazit

„Giana Sisters: Dream Runners“ wird so einige Fans enttäuschen. Die Idee an sich, Jump’n‘Run und Racing mit Hilfe von Parkour und weiteren spaßigen Elementen zu kombinieren, ist sehr gut. Die Neuerungen oder auch Veränderungen der altbewährten Spielmechanik verhindern jedoch ein flüssiges und somit spannendes Rennen. Die für das Spiel typischen und notwendigen Features, wie PowerUps und Weltenwechsel, führen durch unkoordiniertes Herumfliegen und bunte Effekte nicht nur bei den Gegnern zu Verwirrung. Der Spielspaß wird schneller abgehängt, als der erste Spieler, der rausfliegt. Lediglich die Musik während der Rennen und die Möglichkeit, mit Freunden zu Hause einen Wettstreit zu veranstalten, sind ein minimaler Trost.

PRO:

  • gute Musik
  • nettes Design
  • gute Spielidee

CONTRA:

  • kein Singleplayer-Modus
  • sehr unübersichtlich
  • Mechanik nicht auf das Spiel angepasst
  • nicht sehr einsteigerfreundlich

(2/5)

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